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UML im Vergleich zu anderen Standards: C4, ArchiMate und BPMN

Während UML (Unified Modeling Language) ist der am weitesten verbreitete Standard für die Softwaregestaltung, doch es ist nur einer von vielen spezialisierten Modellierungssprachen. Das moderne Architekturlandschaft erfordert Architekten und Analysten oft, ergänzende Standards einzusetzen, um unterschiedliche Anliegen zu adressieren, von der Unternehmensstrategie bis hin zu Geschäftsprozessen.

Dieser Artikel analysiert den Hauptfokus, die wichtigsten Merkmale und die optimalen Einsatzgebiete für UML, das C4-Modell, ArchiMate und BPMN.

Unified Modeling Language (UML)

UML ist der grundlegende, allgemein verwendbare Standard zur Visualisierung, Spezifikation, Erstellung und Dokumentation der Artefakte eines Software-Systems.

  • Hauptfokus:Detaillierte Software-Systemgestaltung, objektorientierte Analyse und Implementierungsebenen-Entwürfe.
  • Wichtige Diagramme: Es bietet 14 Diagrammtypen, die in Strukturelle (z. B. Klasse, Komponente, Bereitstellung) und Verhaltens (z. B. Sequenz, Aktivität, Zustandsmaschine).
  • Abstraktionsniveau: Reicht von hochwertigen Anwendungsfällen bis hin zu niedrigen Code-Strukturen. Es ist besonders stark auf der Lösungsarchitektur und detaillierten GestaltungEbene.
  • Zielgruppe:Hauptsächlich Softwareentwickler, Systemarchitekten und technische Teams.

C4-Modell (Kontext, Container, Komponenten, Code)

Das C4-Modell, entwickelt von Simon Brown, ist kein formaler Standard wie UML, sondern ein leichtgewichtiges Ansatz zur Visualisierung und Kommunikation von Softwarearchitektur. Es ist so gestaltet, dass es einfach zu erlernen ist und unabhängig von Notationen ist (häufig wird es mit einfachen Kästchen und Pfeilen umgesetzt).

Erfahren Sie mehr: Warum das C4-Modell wichtig ist

  • Hauptfokus:Die effektive Kommunikation von Softwarearchitektur an gemischte Zielgruppen durch eine Reihe hierarchischer, geschichteter Diagramme.
  • Wichtige Diagramme: C4 ist durch seine vier zentralen Zoom-Ebenen definiert:
    1. Kontext: Zeigt das Software-System und seine Benutzer/Abhängigkeiten im geschäftlichen Umfeld. (Höchste Ebene)
    2. Container: Zoomt in das System, um hochrangige technische Entscheidungen zu zeigen (z. B. Webanwendung, Mobile App, Datenbank, Mikroservice).
    3. Komponenten: Zoomt in einen einzelnen Container, um seine interne logische Struktur zu zeigen (z. B. Controller, Dienste, Repositories).
    4. Code: (Optional) Zoomt in eine einzelne Komponente, um Implementierungsdetails zu zeigen, oft unter Verwendung von UML-Klassendiagrammen.
  • Abstraktionsstufe: Hoch bis mittel. Es legt Wert auf Kommunikation statt technischer Vollständigkeit.
  • Zielgruppe:Technische Teams, Manager, Product Owner und nicht-technische Stakeholder.

ArchiMate

ArchiMate ist ein offener Standard, der von The Open Group gepflegt wird und speziell fürUnternehmensarchitektur (EA). Er bietet eine ganzheitliche, strukturierte Sicht auf eine Organisation und verbindet die Geschäftsstrategie mit der zugrundeliegenden IT-Infrastruktur.

Erfahren Sie mehr: Was ist ArchiMate

  • Hauptfokus: Ausrichtung der Geschäftsziele, der Organisationsstruktur, Anwendungen und Technologie-Infrastruktur. Es modelliert die gesamte Unternehmung und unterstützt die Auswirkungsanalyse bei Veränderungen.
  • Wichtige Ebenen: ArchiMate strukturiert die Unternehmung in drei Hauptebenen:
    • Geschäfts-Ebene: Modelliert Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Rollen.
    • Anwendungs-Ebene: Modelliert Anwendungskomponenten, Dienstleistungen und Datenobjekte.
    • Technologie-Ebene: Modelliert die Hardware, Systemsoftware und Netzwerke, die die Anwendungen unterstützen.
  • Abstraktionsstufe: Hoch und strategisch. Es konzentriert sich auf die Beziehungen und Ausrichtung zwischen verschiedenen Domänen, oft auf konzeptueller oder logischer Ebene.
  • Zielgruppe:Unternehmensarchitekten, IT-Strategen und Führungskräfte.

Business Process Model and Notation (BPMN)

BPMN ist ein grafisches Notationsstandard zur Spezifikation von Geschäftsprozessen in einem Workflow. Im Gegensatz zu UML, das sich aufSystemVerhalten konzentriert, fokussiert BPMN auforganisatorischesVerhalten und Prozessfluss.

Erfahren Sie mehr: Was ist BPMN

  • Hauptfokus:Modellierung, Analyse und Optimierung von ganzheitlichen Geschäftsprozessen, Workflows und Operationen.
  • Wichtige Elemente:
    • Flussobjekte:Ereignisse (Kreise), Aktivitäten (abgerundete Rechtecke) und Gateways (Diamanten), die die Flusslogik definieren.
    • Verbindungsobjekte:Sequenzfluss, Nachrichtenfluss und Assoziation.
    • Schwimmzellen:Pools (Teilnehmer/ Organisationen) und Lanes (Abteilungen/Rollen), die die Eigentümerschaft anzeigen.
  • Abstraktionsniveau:Mittel bis detailliert operational. Es ist präzise genug, um von Business Process Management Systemen (BPMS) ausgeführt zu werden.
  • Zielgruppe:Geschäftsanalysten, Prozessverantwortliche und Operationsmanagement.

Vergleichsübersicht: UML im Vergleich zu anderen

Die folgende Tabelle fasst zusammen, wann und warum Sie einen Standard gegenüber einem anderen wählen sollten.

Aspekt UML C4-Modell ArchiMate BPMN
Primäres Ziel Detaillierter Softwareentwurf und Implementierungsplan. Architektur für verschiedene Stakeholder verständlich machen. Modellierung und Analyse der gesamten Unternehmensstruktur. Modellierung und Optimierung von Geschäftsabläufen.
Kernfokus Objekte, Klassen, Komponenten, Interaktionen und Zustände. Software-Systeme, Container und ihre Abhängigkeiten. Geschäfts-, Anwendungs- und Technologielayer sowie deren Ausrichtung. Aufgaben, Ereignisse, Gateways und die Reihenfolge der Aktionen.
Abstraktionsstufe Hoch bis Niedrig (Implementierungsdetails) Hoch bis Mittel (Architekturblick) Hoch (Strategisch & Konzeptionell) Mittel (Operative Prozessflüsse)
Ideale Zielgruppe Entwickler, Lösungsarchitekten Entwickler, Stakeholder, Manager Unternehmensarchitekten, Strategen Geschäftsanalysten, Prozessingenieure
Wann wählen? Modellierung von Datenbankschemata (Klassendiagramme) oder komplexe Komponenteninteraktionen (Sequenzdiagramme). Bereitstellung einer schnellen, klaren Karte eines Microservices-Umfelds oder Onboarding neuer Entwickler. Verfolgung der Auswirkungen einer neuen Vorschrift (Geschäftsziel) bis hin zu den betroffenen Servern (Technologielayer). Darstellung eines Kunden-Onboarding-Prozesses oder Gestaltung eines automatisierten Fulfillment-Workflows.

Der hybride Ansatz

In modernen Großorganisationen werden diese Standards oft gemeinsam genutzt, um eine vollständige architektonische Erzählung zu schaffen:

  1. ArchiMate definiert die hochgradige Strategie und die Struktur des gesamten Unternehmen.
  2. BPMN modelliert die spezifischen Geschäftsprozesse die das Unternehmen durchführt.
  3. Die Software-Systeme, die zur Ausführung dieser Prozesse erforderlich sind, werden mithilfe von C4 (für die architektonische Übersicht) und UML (für die detaillierte Komponenten-Architektur).

Dieser hierarchische Ansatz stellt sicher, dass die Dokumentation für jeden Stakeholder angemessen ist, vom CEO, der die strategische Übersicht (ArchiMate) liest, bis zum Entwickler, der ein bestimmtes Objekt (UML) programmiert.

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