Einführung in BPMN
Geschäftsprozessmodell und -notation (BPMN) ist eine grafische Darstellung, die zur Spezifikation von Geschäftsprozessen in einem Workflow verwendet wird. BPMN bietet eine standardisierte Methode zur Modellierung von Geschäftsprozessen, wodurch es einfacher wird, diese Prozesse zu verstehen, zu analysieren und zu verbessern. Dieses Tutorial wird ein Fallbeispiel basierend auf dem beigefügten Bild verwenden, um die zentralen Konzepte der Geschäftsprozessmodellierung zu erläutern.
Fallstudie: Terminvereinbarung und Verschreibung für Patienten
Die folgende Abbildung zeigt einen Geschäftsprozess, der einen Patienten, einen Arzt und eine Arztpraxis umfasst. Der Prozess umfasst die Terminvereinbarung, die Behandlung von Symptomen und die Verschreibung von Medikamenten. Wir werden dieses Fallbeispiel nutzen, um die zentralen BPMN-Konzepte.
Wichtige BPMN-Konzepte
1. Pools und Lanes
- Pools: Stellen die Hauptbeteiligten in einem Geschäftsprozess dar. In unserem Fallbeispiel gibt es zwei Pools: „Patient“ und „Arztpraxis.“
- Lanes: Unterteilungen innerhalb eines Pools, die verschiedene Rollen oder Abteilungen darstellen. In dem Pool „Arztpraxis“ gibt es keine expliziten Lanes, aber die Aufgaben werden vom Personal der Arztpraxis ausgeführt.
2. Ereignisse
- Startereignis: Wird durch einen Kreis dargestellt und zeigt den Beginn eines Prozesses an. In unserem Fallbeispiel sind die Startereignisse die Anfrage des Patienten, den Arzt zu sehen, und die Aufnahme der Anfrage durch die Arztpraxis.
- Endereignis: Wird durch einen Kreis mit fetter Umrandung dargestellt und zeigt das Ende eines Prozesses an. In unserem Fallbeispiel sind die Endereignisse das Erhalten der Verschreibung durch den Patienten und das Senden der Verschreibung durch die Arztpraxis.
- Zwischenereignisse: Werden durch einen Kreis mit doppelter Umrandung dargestellt und zeigen etwas an, das zwischen Start- und Endereignissen stattfindet. In unserem Fallbeispiel umfassen die Zwischenereignisse das Senden und Empfangen von Nachrichten zwischen dem Patienten und der Arztpraxis.
3. Aktivitäten
- Aufgaben: Werden durch abgerundete Rechtecke dargestellt und zeigen eine einzelne Arbeitseinheit an. In unserem Fallbeispiel umfassen die Aufgaben „Anfrage an Arzt senden“, „Termin empfangen“, „Symptome senden“, „Verschreibung empfangen“, „Anfrage an Arzt vom Patienten“, „Termin vom Patienten vereinbaren“, „Symptome vom Patienten behandeln“, „Verschreibung vom Patienten behandeln“, „Anfrage an Arzt empfangen“, „Termin senden“, „Symptome empfangen“ und „Verschreibung senden.“
- Unterprozesse: Werden durch ein Rechteck mit einem Pluszeichen dargestellt und zeigen einen Prozess an, der in kleinere Aufgaben zerlegt werden kann. In unserem Fallbeispiel gibt es keine expliziten Unterprozesse, aber die Aufgaben können als Teil eines größeren Unterprozesses betrachtet werden.
4. Gateways
- Gateways: Sie werden durch eine Raute dargestellt und steuern den Ablauf des Prozesses basierend auf Bedingungen. In unserer Fallstudie gibt es keine expliziten Gateways, doch der Ablauf von Aufgaben und Ereignissen kann als bedingt betrachtet werden, basierend auf den Handlungen des Patienten und den Reaktionen des Arztbüros.
5. Flussobjekte
- Sequenzfluss: Sie werden durch durchgezogene Pfeile dargestellt und zeigen die Reihenfolge der Aktivitäten an. In unserer Fallstudie zeigt der Sequenzfluss die Reihenfolge von Aufgaben und Ereignissen, wie beispielsweise das Senden einer Arztanfrage durch den Patienten, das Empfangen der Anfrage durch das Arztbüro usw.
- Nachrichtenfluss: Sie werden durch gestrichelte Pfeile dargestellt und zeigen den Nachrichtenfluss zwischen Pools an. In unserer Fallstudie zeigt der Nachrichtenfluss die Kommunikation zwischen dem Patienten und dem Arztbüro, beispielsweise das Senden und Empfangen von Terminbestätigungen, Symptomen und Verschreibungen.
Fallstudienanalyse
Patienten-Pool
- Startereignis: Der Patient möchte zum Arzt gehen.
- Aufgabe: „Arztanfrage senden“ – Der Patient sendet eine Anfrage, um den Arzt zu sehen.
- Mittleres Ereignis: Der Patient erhält eine Terminbestätigung.
- Aufgabe: „Symptome senden“ – Der Patient sendet seine Symptome an das Arztbüro.
- Mittleres Ereignis: Der Patient erhält eine Verschreibung.
- Endereignis: Der Prozess endet mit der Abwicklung der Verschreibung durch den Patienten.
Arztbüro-Pool
- Startereignis: Das Arztbüro erhält die Anfrage des Patienten.
- Aufgabe: „Arztanfrage empfangen“ – Das Arztbüro empfängt die Anfrage des Patienten.
- Aufgabe: „Termin bestätigen“ – Das Arztbüro sendet eine Terminbestätigung an den Patienten.
- Mittleres Ereignis: Das Arztbüro erhält die Symptome des Patienten.
- Aufgabe: „Verschicken der Verschreibung“ – Die Arztpraxis sendet eine Verschreibung an den Patienten.
- Ende-Ereignis: Der Prozess endet mit dem Versand der Verschreibung durch die Arztpraxis.
Nachrichtenfluss
- Der Patient sendet eine Arztanfrage an die Arztpraxis.
- Die Arztpraxis sendet eine Terminbestätigung an den Patienten.
- Der Patient sendet seine Symptome an die Arztpraxis.
- Die Arztpraxis sendet eine Verschreibung an den Patienten.
UML im Vergleich zu BPMN: Verständnis der Unterschiede
Unified Modeling Language (UML) und Business Process Model and Notation (BPMN) sind beide wesentliche Modellierungssprachen, die in den Bereichen Softwareentwicklung und Geschäftsprozessmanagement eingesetzt werden. Obwohl sie einige Gemeinsamkeiten aufweisen, dienen sie unterschiedlichen Zwecken und sind für verschiedene Anwendungen optimiert. Hier folgt ein detaillierter Vergleich von UML und BPMN.
1. Zweck und Fokus
UML (Unified Modeling Language)
- Fokus: Hauptmäßig verwendet für Softwareentwicklung und Systemgestaltung.
- Zweck: Bietet eine standardisierte Möglichkeit, die Gestaltung eines Systems zu visualisieren, wobei verschiedene Aspekte wie Struktur, Verhalten und Interaktionen zwischen Komponenten abgedeckt werden.
- Anwendungsfälle: Häufig eingesetzt in der objektorientierten Softwareentwicklung, einschließlich Klassendiagrammen, Sequenzdiagrammen, Anwendungsfalldiagrammen und Zustandsdiagrammen.
BPMN (Business Process Model and Notation)
- Fokus: Speziell für die Modellierung von Geschäftsprozessen entwickelt.
- Zweck: Bietet eine grafische Darstellung von Geschäftsprozessen, die von allen Beteiligten, einschließlich Geschäftsanalysten, Managern und technischen Teams, leicht verständlich ist.
- Anwendungsfälle: Wird verwendet, um Geschäftsabläufe zu kartieren, Prozesse zu analysieren und Bereiche zur Verbesserung zu identifizieren.
2. Diagrammarten
UML
- Häufige Diagramme:
- Klassendiagramme: Zeigt die Struktur eines Systems durch Darstellung von Klassen und ihren Beziehungen.
- Sequenzdiagramme: Stellt die Interaktion zwischen Objekten in zeitlicher Reihenfolge dar.
- Use-Case-Diagramme: Zeigen die funktionalen Anforderungen eines Systems und die Interaktionen zwischen Benutzern (Aktoren) und dem System.
- Zustandsdiagramme: Zeigen die Zustände eines Objekts und die Übergänge zwischen diesen Zuständen.
BPMN
- Gängige Diagramme:
- Geschäftsprozessdiagramme (BPDs): Zeigen den Ablauf von Aktivitäten und Entscheidungen in einem Geschäftsprozess.
- Kooperationsdiagramme: Zeigen die Interaktionen zwischen verschiedenen Partnern (z. B. Abteilungen oder Organisationen).
- Choreographiediagramme: Konzentrieren sich auf den Austausch von Nachrichten zwischen Partnern in einem Prozess.
3. Notation und Symbole
UML
- Komplexe Notation: UML verwendet eine Vielzahl von Symbolen und Notationen, die komplex sein können und möglicherweise eine Schulung erfordern, um verstanden zu werden. Jede Diagrammart verfügt über ihre eigene Symbolmenge.
- Flexibilität: UML ist äußerst flexibel und kann an verschiedene Methodologien angepasst werden, einschließlich Agile und Waterfall.
BPMN
- Standardisierte Notation: BPMN verfügt über eine standardisierte Menge an Symbolen, die leicht verständlich sind und es damit für nicht-technische Stakeholder zugänglich machen.
- Klare Darstellung: Die Symbole stellen verschiedene Elemente wie Aufgaben, Ereignisse, Gateways (Entscheidungen) und Flüsse dar, was die Visualisierung von Prozessen vereinfacht.
4. Kommunikation mit Stakeholdern
UML
- Technische Zielgruppe: Hauptsächlich für Entwickler, Architekten und technische Teams gedacht. Kann für nicht-technische Stakeholder schwer verständlich sein.
- Detaillierte Spezifikationen: Bietet eine detaillierte Sicht auf das System für die technische Umsetzung, kann aber für breitere geschäftliche Diskussionen unklar sein.
BPMN
- Geschäftsorientiert: Ist für die Nutzung durch Geschäftsanalysten und Stakeholder sowie technische Teams konzipiert. Die klare visuelle Darstellung unterstützt die Kommunikation auf verschiedenen Ebenen der Organisation.
- Fokus auf Prozesse: Betont das Verständnis und die Verbesserung von Geschäftsprozessen und ist daher wertvoll für Verbesserungsinitiativen.
5. Tools und Softwareunterstützung
Sowohl UML als auch BPMN verfügen über eine Vielzahl von Modellierungstools, von denen viele beide Notationen unterstützen. Beliebte Softwaretools umfassen:
- Visual Paradigm: Bietet umfassende Unterstützung für UML und BPMN und ist daher eine ideale Wahl für Teams, die an der Softwareentwicklung und der Modellierung von Geschäftsprozessen arbeiten.
Fazit
BPMN ist ein leistungsfähiges Werkzeug zur Modellierung von Geschäftsprozessen. Durch die Verwendung der zentralen Konzepte von Pools, Lanes, Ereignissen, Aktivitäten, Gateways und Flussobjekten können klare und präzise Diagramme erstellt werden, die komplexe Geschäftsprozesse darstellen. Der Fallstudie zum Patiententermin und der Verschreibung zeigt, wie BPMN eingesetzt werden kann, um eine realweltliche Situation zu modellieren, was die Verständlichkeit, Analyse und Verbesserung des Prozesses erleichtert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dassUML undBPMNbeide wertvolle Modellierungssprachen sind, aber unterschiedliche Zwecke erfüllen. UML konzentriert sich auf die Softwaregestaltung und Systemarchitektur, während BPMN darauf abzielt, Geschäftsprozesse zu visualisieren und zu verbessern. Das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen beiden Notationen hilft Organisationen, die richtigen Werkzeuge und Ansätze für ihre spezifischen Bedürfnisse auszuwählen. Für Teams, die sowohl Softwareentwicklung als auch Prozessmanagement integrieren möchten, bieten Werkzeuge wie Visual Paradigm eine umfassende Lösung, die sowohl UML als auch BPMN unterstützt.
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